Konsens - Grenzen

Leitfaden für einen sicheren, bewussten und respektvollen Raum

Wir schaffen gemeinsam eine Kultur von Sicherheit, Konsens & Respekt

Gemeinsame Verantwortung

Verbindung wird gemeinsam erschaffen. Das bedeutet: Verantwortung ist immer geteilt. Geteilte Verantwortung heißt:

  • Wir alle üben, unser Ja und unser Nein so klar wie möglich auszudrücken.
  • Wir alle üben, einzuchecken, zuzuhören und uns anzupassen.
  • Wir bleiben neugierig auf unsere eigenen Signale, Grenzen und Muster.

Bewusst verbinden

Konsens ist eine zwischenmenschliche Praxis, die wir gemeinsam lernen, um Sicherheit und Bewusstheit in unsere Art der Begegnung zu bringen.

Grenzen und Konsens sind keine Hindernisse für Intimität - sie machen tiefe, authentische Verbindung überhaupt erst möglich.

Ein Tantra-Setting bietet einen wunderschönen Übungsraum, um Konsens und Grenzen zu praktizieren - und genau deshalb bringen wir dieses Thema in den Fokus.

Haltung in der Gemeinschaft

Als Gemeinschaft verpflichten wir uns, für alle Beteiligten einen sicheren Raum zu halten.

Dieser Leitfaden gibt klare Orientierung dazu:

  • wie du auf andere zugehst
  • wie du um Konsens bittest
  • wie du Grenzen kommunizierst
  • wie du Situationen navigierst, in denen eine Grenze überschritten wurde
  • welche Unterstützung verfügbar ist, wenn eine Grenze überschritten wurde

Was Konsens hier bedeutet

Frei gegeben: Konsens wird ohne Druck, Zwang, Überredung oder Manipulation angeboten. Ein „Ja" zählt nur, wenn es wirklich frei ist.

Umkehrbar: Du kannst deine Meinung jederzeit ändern. Ein „Ja" kann zu einem „Nein" werden.

Ein Nein ist ein vollständiger Satz und braucht keine Erklärung oder Rechtfertigung.

Informiert: Konsens bedeutet zu wissen, worauf du dich einlässt. Überraschungen, Annahmen oder unklare Absichten sind kein Konsens.

Spezifisch: Einer Sache zuzustimmen heißt nicht, allem zuzustimmen. Jeder Schritt braucht seinen eigenen Konsens.

Begeistert: Konsens ist ein klares, verkörpertes JA - kein Vielleicht, kein Schweigen, kein Zögern.

Klar: Konsens wird durch Worte oder eindeutige Handlungen ausgedrückt. Schweigen, Erstarren, Unsicherheit oder Höflichkeit sind kein Konsens.

Fortlaufend: Konsens muss während der gesamten Interaktion vorhanden sein. Checke regelmäßig ein.

Mit Bewusstheit & Fürsorge auf andere zugehen

Konsens beginnt vor jeder Berührung

Bevor du jemanden berührst, frage nach, ob die Person gerade offen ist für körperlichen Kontakt. Das beginnt bereits bei einer Umarmung. Triff keine Annahmen über Offenheit oder Verfügbarkeit - checke ein.

Bevor du auf jemanden zugehst: Check-in mit dir selbst

  • Bin ich präsent und eingestimmt?
  • Ist die andere Person gerade verfügbar?
  • Bin ich bereit, ein „Nein" mit Würde/Gelassenheit anzunehmen?

Beispiele für Annäherung

  • „Darf ich mich neben dich setzen?"
  • „Möchtest du eine Umarmung?"
  • „Ist es okay, wenn ich meine Hand auf deinen Rücken lege?"
  • „Bist du offen für ...?"

Einchecken während des Kontakts

  • „Ist das so okay?"
  • „Fühlt sich das gut an?"
  • „Möchtest du ... ausprobieren?"
  • „Bist du damit okay?"
  • „Wie ist das gerade für dich?"

Deine Grenzen ehren

Deine Grenzen sind gültig, so wie sie sind

Ehre dich selbst und deine Grenzen. Du musst sie nicht erklären, rechtfertigen oder weichzeichnen.

Check-in mit deinem Körper

Checke mit dir selbst - besonders mit deinem Körper - ob etwas okay ist und sich gut anfühlt.

Wenn du Enge oder Druck im Körper spürst oder dich fragst, ob es okay ist, stehen die Chancen gut, dass es ein Nein ist.

Klare Grenz-Sätze

  • „Nein, danke."
  • „Ich bin gerade nicht verfügbar für Berührung/Kontakt."
  • „Ich möchte gerade lieber in meinem eigenen Raum bleiben."
  • „Ich möchte langsamer werden."
  • „Das fühlt sich für mich nicht stimmig an."
  • „Ich brauche etwas Raum."
  • „Für jetzt bin ich ein Nein."
  • „Ich glaube, dafür bin ich noch nicht bereit."
  • „Ich spüre gerade ein Nein. Danke, dass du fragst."

Alternative Vorschläge

  • „Dazu bin ich ein Nein - und zu ... ein Ja."
  • „Können wir stattdessen das machen?"
  • „Können wir langsamer werden?"
  • „Hmm, das wird für mich so nicht funktionieren. Wie wäre es mit ...?"

Fehler machen & integer bleiben

Auch in bewussten Räumen können Missverständnisse oder Grenzüberschreitungen passieren.

Wir schätzen Bewusstheit, Fürsorge und Verantwortung – und anerkennen zugleich etwas Wesentliches: Wir sind Menschen.

Konsens zu praktizieren heißt nicht, perfekt zu sein. Es heißt, bereit zu sein, präsent, verantwortlich und ansprechbar zu bleiben, wenn etwas schiefgeht.

Fehler definieren dich nicht. Entscheidend ist, wie du reagierst, sobald du erkennst, dass eine Grenze überschritten worden sein könnte.

1. Pause machen & Verantwortung übernehmen: Werde langsamer. Höre zu. Bleib präsent. Vermeide Erklären, Rechtfertigen oder Kleinreden dessen, was passiert ist.

2. Den Impact anerkennen: Auch wenn die Überschreitung unbeabsichtigt war: Der Impact zählt. Absicht hebt Wirkung nicht auf.

3. Eine klare Entschuldigung anbieten: Eine aufrichtige Entschuldigung beinhaltet: Benennen, was du getan hast; Anerkennen, dass du eine Grenze überschritten hast; Fürsorge für die Erfahrung der anderen Person ausdrücken

4. Die Bedürfnisse der anderen Person respektieren: Die Person kann Raum, Zeit oder weiteren Kontakt brauchen – oder auch nicht. Respektiere ihre Bitte vollständig, ohne auf Lösung oder Beruhigung zu drängen.

Was du tun kannst, wenn eine Grenze überschritten wurde

Du bist nicht allein. Unterstützung ist verfügbar.

Wenn sich etwas nicht okay anfühlt, kannst du: